Dienstag, 23. August 2011

HAST DU DENN AUCH GENUG
-Tempos dabei?

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Guten Abend meine Naturschönheiten,

ich garantiere nicht für die Sinnhaftigkeit meines heutigen Beitrages.
Für klares Denken ist es einfach zu heiß. Aber ich hab Lust diese Geschichte zu erzählen und da das mein Blog ist, kann ich machen was ich will *muhaaa*

Kennt ihr das, wenn bestimmte Gerüche, Geschmäcker oder Geräusche ausreichen, einen an lang zurückliegende Begebenheiten zu erinnern?
Das Lied der alten Spieluhr, oder den Duft von Apfelmus, den man unweigerlich mit einem Besuch bei der Lieblingsgroßmutter assoziiert?

Für mich gibt es aber auch Fragen, die mich unvorbereitet, binnen eines Wimpernschlags zurück in meine Kindheit katapultieren können. Fragen, die mich sofort wieder das unmündige Kind sein lassen, das ich mit fünf war.
Okay, meine Kindheit, diese Insel der Seligen, hab ich nie wirklich verlassen, aber darum geht’s grad nicht

Ich rede hier nicht von der verklärten Heile-Welt-Kindheit, sondern dem Alter, wo ich mich nicht dagegen wehren konnte, vorm Verlassen des Hauses noch mal aufs Klo geschickt zu werden oder mit Zellstofftüchern ausgepolstert zu werden, bis ich frappierende Ähnlichkeit mit dem Michelin-Männchen hatte.

Nein, ich übertreibe diesmal wirklich nicht.
*hebt die Finger zum Ehre-Schwöre Schwur*

In jede erreichbare Tasche oder Kleideröffnung stopfte man der kleinen Krümeltinks nicht nur ein Tempo, sondern mindestens drei. So als könnte ich mich auf dem Weg zur Schule, zu Freunden oder zum Kaugummiautomaten in einen Rotz- und Schnoddergeysir verwandeln und erbärmlich an mir selbst ertrinken. Zugegeben nicht der schönste vorstellbare Tot.

Ich verbinde also noch heute mit der harmlosen Frage, nach genug Niespräventionsmaterial, ein Gefühl des Kontrollverlustes und der absoluten Bevormundung.
Und auch heute reagiere ich darauf noch genau so souverän wie mit Dreizehn,
(damals empfand ich das als sehr reif und erwachsen)
nämlich mit Trotz.

„Nööö, hab ich nicht. Brauch ich auch nicht, wozu gibt’s Klopapier.“

Ja, ich weiß es ist lächerlich und kommt mich zuweilen teuer zu stehen,
wenn ich in Extremsituationen kein Niesquadrat zur Hand habe.
Aber hey, ein selbstbestimmtes Leben hat seinen Preis.

Auch wenn einem der unerwartete Platzregen das Wasser von der Nasenspitze tropfen lässt
oder frische Haarfarbe munter auf das weiße Shirt abfärbt,
als wäre man ein angeschossener Wasserbüffel,
weil es soooo heiß ist, dass der Schweiß in Strömen von der Stirn läuft.

Wie gerne hätte ich heute den Taschentuchvorrat meiner Kindheit zur Hand gehabt.

Aber ich hab ja noch Zeit mein frühkindliches Temptrauma zu überwinden.
In dem Sinne habt einen wundervollen Abend und
eine erholsame Nacht.

Eure Tinks

Kommentare:

  1. *g* ja heute .. damals war das brutal XD <3

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  2. "Rotz- und Schnoddergeysir", AHAHAHA XD Ich lach mir hier grad einen und kann irgendwie gar nicht mehr aufhören. Deine Texte sind einfach zu gut!

    Ich hatte auch nie Tempos dabei (hmmm, auch ein Trauma?), bis ich vor ein paar Monaten eine tolle kleine Tasche von Kiehls als Douglas-Beigabe bekam. Darin ist jetzt mein Survivalkit aus Kaugummis, Deo, Spiegel, Taschenmesser, Wattestäbchen, Kontaktlinsenlösungminiflasche, Minibürste und... Tempos. Leider geht die kleine Tasche jetzt kaputt, weil ich sie immer so vollstopfe und wirklich immer dabei habe...

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