Samstag, 19. November 2011

Im Rausch der Farben

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Hello my Lovely´s


Ich wünsche euch einen wundervollen Samstag ihr Lieben und gute Besserung, sollte euch eine hinterhältige Grippe erwischt haben.

Es ist wirklich Winter geworden, aber sind wir mal ehrlich, das macht das Nachhause Kommen um soviel besser.
Schuhe aus, dicke Flauschsocken an und mit warmem Tee an den Lieblingsplatz gekuschelt. Am großartigsten finde ich, dass die Lichter in der Dunkelheit so verheißungsvoll Funkeln.
Man schaut automatisch hin, wenn sonst alles Dunkel ist.

Ich hätte euch gerne die imposante Lichterkulisse Frankfurts gezeigt, 
als ich am Donnerstag spät abends unterwegs war, aber mein Handy wollte nicht so mitspielen.

Beim nächsten Mal nehme ich den richtigen Apparat mit, den ich diesmal nicht mitschleppen wollte, da man ins Museum nur kleine Taschen mitnehmen darf.

Weil ich in meiner üblichen Handtasche ja auch spielend ein drei Meter auf vier Meter Ölgemälde verschwinden lassen könnte.

Nun gut. Ich hatte nicht vor, mich auf einen Nahkampf mit Museumsangestellten einzulassen, die gewinnen eh.

Falls es euch interessiert, ich war im Städel und bekam eine Führung durch die Ausstellung  
BECKMANN und AMERIKA.

 Mehr dazu kann man *hier* finden. 

Auf jeden Fall sehenswert und ein Erlebnis auch für die Nase, denn das Städel ist noch im Umbau. 
Die zweite Etage, der alten Meister vor 1800 ist noch leer, die Bilder ausgelagert und es riecht überall nah frischer Farbe.

Nach fast zwei Stunden Kunstführung hatte das schon was von Kleberschnüffeln.
Kleiner Scherz. *g*

Die Führung war toll, auch weil es schon ein witziges Bild abgibt, wenn erwachsene Menschen mit kleinen, schwarzen Lautsprechern am Ohr hintereinander herdackeln und sich dann schüchtern vor Bildern aufbauen, um andächtig den Worten eines Fachmannes zu lauschen.

In unserem Fall, einer wirklich hübschen Doktorandin, die sehr informativ und unterhaltsam war. 
Ich steh ja generell auf Menschen, die mit ihren Händen reden und beim Sprechen Blickkontakt mit der Gruppe aufnehmen. 
Den Applaus am Ende des Rundganges hatte sie sich auf alle Fälle verdient.


Ich wusste von Max Beckmann im Vorfeld nur, dass er als jüdischer Maler vor den Nazis fliehen musste, und dass seine Bilder in der Ausstellung der entarteten Kunst im München gezeigt wurden.

Jetzt weiß ich, dass das Motiv des Fisches in seinen Bildern für den Spirit (Geist, Lebensenergie) steht, dass er Spiegel und Leitern einsetzte um den Betrachter auf Abstand zu halten. Dass er sich weigerte konkrete Deutungen seiner Werke zu geben, und das jedem selber überlassen wollte. Dass er von den Hochhäusern der USA begeistert war und dass er Reisen liebte. Dass in seinen Werken immer wieder Musik und Clowns eine Rolle spielen und er eine klassische Ausbildung absolvierte.


*tief Luftholt*

Sorry, zuviel. Ich weiß. 


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Das war das Bild, vor dem ich am längsten gestanden habe.
Ist sie nicht wunderschön und wie zufrieden sie aussieht? 
Und das, obwohl sie eine nackte Brust hat, oder vielleicht grade deswegen?!


Ha, und auch sie hätte nie im Leben im meine Handtasche gepasst, liebes Wachpersonal.


Generell finde ich es fast spannender, die Menschen zu beobachten, 
während jene sich Kunst anschauen. … 
so hatte auch mein zauberhaftester Moment der Ausstellung, gar nichts mit dem Maler selbst zu tun, sondern wurde mit von einem kleinen, leicht verwirrten, nach vorne gebeugtem, alten Mann beschert, der plötzlich vor mir stand und sich dieses Bild anschaute.  
Es heißt THE BEGINNING und ist eine Kindheitserinnerung des Malers.


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Der alte Herr, mit seinem schnieken, roten Pullunder, stand vor dem Bild, mit sich selbst redend ohne dass man es verstehen konnte und war wirklich im Rausch der Farben gefangen. 
Sein ganzer Körper schien von einer inneren Anspannung ergriffen zu sein und seine zittrigen Hände folgten mit fließenden Gesten, dem Verlauf des Pinselstriches. 
Ich glaube er hat sogar dabei gelächelt, ich wollte ihm aber nicht zu nahe rücken, denn seine Begegnung mit dem Bild war fast schon intim. 
Dann schien es aus der Ergriffenheit zu erwachen, blickte sich leicht verlegen und ertappt um und schlurfte zum nächsten Bild weiter.


Hach, ich wollte ihn spontan umarmen, weil er so authentisch war. 
Was hätte ich dafür gegeben die Farben mit seinen Augen zu sehen.

Ich glaube das wird mir lange in Erinnerung bleibe und das wollt ich nur loswerden. 
Danke fürs Lesen. 


Habt ein wundervolles Wochenende, meine Süßen, und findet Momente in denen es euch packt und die Leidenschaft mit euch durchgeht.

Eure Tinks



Kommentare:

  1. "Weil ich in meiner üblichen Handtasche ja auch spielend ein drei Meter auf vier Meter Ölgemälde verschwinden lassen könnte." - nöööööööö, in DEINE doch nicht! diese gigantischen beutelsäcke deren taschen die tiefe einer bergschlucht haben. neiiiiiiiiiiiin, da passt sowas nicht rein xD

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  2. Verdammt, ich vergesse immer, dass du hier mitliest. Jaaa okay, ein paar der Gemälde hätten doch in meine übliche Tasche gepasst.

    <3

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