Mittwoch, 4. September 2013

Mehr Mut zum Zeitverschwenden




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Ich grüße euch meine Lieben …

Heute Mittag, als mich der Gedanke zum ersten Mal traf, wollte ich ein Hoch auf die gepflegte Zeitverschwendung anstimmen. 
 
Die Stimme in meinem Kopf klang in etwa so:

„Wann ist Zeit zu einer Währung geworden? Zu einer Maßeinheit von Produktivität und Effizienz in einer Welt, die sich immer schneller selber neu zu erfinden scheint? Wann fängt man an Trödeln und Faulenzen als etwas Verachtenswertes und Unangebrachtes anzusehen? Wer bestimmt letztendlich über die Qualität der verstrichenen Zeit?“


Die andere Stimme in meinem Kopf, fügte dann noch in einer piepsigen Tonlage hinzu.

„Die Schweizer Uhrmachen warns … Die Schweizer Uhrmachen warns!“

Ja in meinem Kopf, spielt sich manchmal Seltsames ab.

Doch nachdem der heimische, öffentliche Nahverkehr heute gefühlte Ewigkeiten meiner Lebenszeit fraß, wahrscheinlich weil die Oma eines Stellwerksleiters den Geburtstag ihres Pudels feiern wollte, muss ich mich selbst ein wenig zensieren.

Zeitverschwenden hängt immer vom Standpunkt und den Umständen ab.

Werde ich von außen gezwungen auf etwas zu warten, dann fühlt es sich vergeudet an.  
Dann bin ich umgeben von Mobilenendgerätenutzern, die panisch simsen, facebooken oder der heimischen Whats-App Gruppe mitteilen, dass sie später zum Essen kommen, nur um nicht dem Gefühl des Nichtstuns ausgeliefert zu sein. Unproduktiv oder gar ineffizient zu sein.
Ohne Witz, Leute. Banker, die am Feierabend Frankfurt verlassen, sind echt ein komisches Völkchen. Die Arbeiten sogar, wenn sie gar nicht mehr müssen.

Sorry, aber ich bin keine Maschine.
Ich brauche meine Pausen, meine vergammelten Sonntage wo ich nicht mal einen BH anhabe. Meine Momente, die nur mir gehören ohne dass ich etwas Sinnvolles mit ihnen, oder mir anfange.  Wo ich hedonistisch meiner Faulheit fröne.

Wahrscheinlich ein Grund, warum aus mir kein Banker geworden ist.

Ihr seht, ich plädiere hier und heute doch noch fürs gepflegte Zeitverschwenden.

Fürs einfach mal in Ruhe Nichts-Tun. Ohne an Wäsche oder Staubsauger zu denken. Fürs Löcher in die Wolken-Starren bis die Augen tränen. 

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Fürs bei einer Tasse Kaffee im Selbstsein zu versinken. 

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Fürs Seele-Baumeln-Lassen und Kirschkerne durch die Luft spucken.

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Fürs Prospekte lesen, weils sonst keiner tut.

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Fürs Irgenwohinfahren nur um die Aussicht zu genießen.

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Denn wenn wir alle ganz ehrlich zu uns sind, genau das ist es, was unsere Tage mit Leben und Freude füllt und nicht die Momente, in denen wir als Rädchen im Getriebe funktionieren. 

Ich wünsche euch für den Rest der Woche ganz viel Raum zum Zeitverschwenden. 
Eure Tinks 

Kommentare:

  1. Da kann ich Dir nur zustimmen! Ich schlafe gerne und ich bin auch gerne faul und ich verbringe meine Zeit gerne mit Dingen, die nur mir sinnvoll und toll erscheinen. :)
    Lg

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    1. Muha .. Dankeschön, dass es nicht nur nüchterne Arbeitstiere da draussen gibt. =)

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  2. Vom nüchternen Arbeitstier bin ich weit entfernt! :-P
    Ich liebe Sonntage, auf der Couch oder eben zu Hause gammeln, einfach das tun was einem Spass macht! :) Die Zeit ist heutzutage oft so hektisch, dass es gut tut einfach mal GAR NIX zu machen! Ich frag mich oft, was es ist das es oft so hektisch zugeht, ist es die Zeit oder sind wir es?! Warscheinlich beides...

    Lieben Gruß

    *Kerstin*

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  3. Wahre Worte :D Trotzdem bin ich im Moment in einem Trott angekommen, wo ich tagelang nur rumhänge und nichts tue. Obwohl es mal höchste Zeit wäre in die Tasten zu hauen und meine Abschlussarbeit zu schreiben.. Naja, man kann wohl alles von zwei Seiten sehen ;)

    Liebste Grüße,
    Julia

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